Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -
Pressemitteilung Nr. 62/2008 vom 17. Juni 2008
Entscheidung über den Kunstwettbewerb
für den Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts
Am 10. Juni 2008 fand die Entscheidung über den Gewinner des
beschränkten Kunstwettbewerbs statt, den das Staatliche Hochbauamt
Baden-Baden für den Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts
ausgelobt hatte. Gegenstand des Kunstwettbewerbs ist die künstlerische
Gestaltung des Treppenraums des Erweiterungsbaus einschließlich des
Raumes vor dem Aufzug.
Den Vorsitz der Jury hatte Prof. Dr. Klaus Schrenk, Direktor der
Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Die weiteren Mitglieder der Jury
waren die Richterin des Bundesverfassungsgerichts Dr. Christine
Hohmann-Dennhardt, der Richter des Bundesverfassungsgerichts Dr.
Michael Gerhardt, die Künstlerin Cordula Güdemann, Professorin für
Malerei und Zeichnung an der Staatlichen Kunstakademie Stuttgart, die
Kunstsachverständige Felicity Lunn, Direktorin des Kunstvereins
Freiburg, der Finanzpräsident Dipl.-Ing. Architekt Rolf Sutter,
Oberfinanzdirektion Karlsruhe, der Leitende Baudirektor Dipl.-Ing.
Architekt Wolfgang Grether, Amtsvorstand des Staatlichen Hochbauamtes
Baden-Baden, und der Architekt des Neubaus, Dipl.-Ing. Architekt
Michael Schrölkamp, Berlin.
Zum Wettbewerb eingeladen waren die Künstler und Künstlerinnen
Pascal Danz, Zürich und Berlin
Christian Friedrich, Amsterdam
Thomas Kitzinger und Günther Holder, Freiburg
Karsten Konrad, Berlin
Stefanie Lampert, Karlsruhe
Friedrich Zirm, Stuttgart
Eingereicht wurden folgende Arbeiten:
 Pascal Danz |  Christian Friedrich |  Kitzinger+Holder |
 Karsten Konrad |  Stefanie Lampert |  Friedrich Zirm |
Die mehrheitliche Zustimmung der Jury fand der Entwurf von Stefanie
Lampert.
Stefanie Lampert hat die raumspezifischen Begebenheiten des
Treppenhauses aufgegriffen, in das lediglich von der Südostseite Licht
einfällt und den Wänden und Wandvorsprüngen ein Streiflicht verleiht.
Die Komposition auf der hohen Wand ist gekennzeichnet durch rechteckige
Flächenerhebungen und darüber gelegten Farbfeldern in den Farben Gelb,
Grau und Grün. Durch den Lichteinfall von nur einer Seite entstehen auf
diesen Flächenerhebungen Schattenlinien und "Lichtlinien", die das
Licht reflektieren. Für den Betrachter entstehen durch das Auf- und
Abschreiten auf der Treppe zudem reizvolle perspektivische
Verschiebungen der rechtwinkligen Flächen. Den kastenförmigen Einbau
über dem Raum vor dem Aufzug hat die Künstlerin wie ein
dreidimensionales Bild behandelt. Sie unterteilt ihn in Farbflächen,
die über die Ecken und Kanten in den Schacht hineinlaufen und im
Treppenhaus fortgesetzt werden. Durch das Überlagern der Kanten und
Wandebenen, die in unterschiedlichen Richtungen verschattet oder
erhellt im Raum liegen, wird die Farbe vom Licht "modelliert".
Das Bundesverfassungsgericht freut sich auf die Realisierung dieser
Arbeit.
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