Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -
Pressemitteilung Nr. 38/2011 vom 21. Juni 2011
Grundsanierung des Bundesverfassungsgerichts -
Temporärer Amtssitz
Die Stammliegenschaft des Bundesverfassungsgerichts, ein von dem
Architekten Paul Baumgarten entworfenes und in der Zeit von 1965 bis
1969 errichtetes Gebäudeensemble, wird in den kommenden drei Jahren
grundlegend saniert. Die Erhaltung und energetische Modernisierung der
denkmalgeschützten Gebäudegruppe erfordern umfangreiche bauliche
Maßnahmen, vor allem im Bereich des Wärmeschutzes und des Brandschutzes.
Die Fassadenelemente der fünf Gebäudemodule werden komplett erneuert.
Auf einer Fläche von insgesamt über 5.000 qm wird eine
Wärmeschutzverglasung eingebaut, deren Gewicht auch einen Austausch der
die Fassaden bildenden Holzkonstruktion bedingt. Zusätzlich bedarf es
einer Erneuerung der gesamten Jalousieanlage sowie der Erweiterung der
brunnenwassergespeisten Kühlanlage, um in den Büroräumen auch zur
Sommerzeit angemessene Temperaturen zu gewährleisten. Dem winterlichen
Wärmeschutz und damit der Energieeinsparung dienen die auch zur
Gebäudeerhaltung erforderliche Kompletterneuerung sämtlicher Dächer und
weitere Dämmmaßnahmen. Zur Energiegewinnung werden auf den beiden
höchsten Gebäuden, dem Sitzungssaalgebäude und dem Richtergebäude,
Photovoltaikanlagen errichtet. In diesen beiden Gebäuden muss ferner zur
Wiederherstellung der Brandschutzsicherheit die Stahlkonstruktion
zunächst freigelegt und sodann mit neuen Brandschutzbeschichtungen
versehen werden. Zudem werden die Abwassergrundleitungen saniert und
sowohl die Heizungs-, Sanitär-, Klima- und Lüftungstechnik als auch die
Elektrotechnik teilerneuert. Das gesamte Gebäudeensemble wird mit der
neuesten LED-Technologie ausgestattet.
Zur Gewährleistung eines reibungslosen Dienstbetriebes des
Bundesverfassungsgerichts werden die 16 Bundesverfassungsrichterinnen
und -richter, ihre wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sowie weiteres Funktionspersonal, insgesamt etwa 120 Personen, während
der dreijährigen Bauphase einen temporären Amtssitz beziehen. Nach dem
von der Staatlichen Hochbauverwaltung Baden-Württemberg, Abteilung
Bundesbau, bereits im Jahre 2008 erarbeiteten Konzept wurden zur
temporären Unterbringung des Bundesverfassungsgerichts drei der
ehemaligen Stabsgebäude des Kommandos 1 der Luftwaffendivision der
Bundeswehr, gelegen an der Rintheimer Querallee 11 in Karlsruhe, den
funktionalen Anforderungen des Gerichts entsprechend umgestaltet. Zur
Deckung des Raumbedarfs wurden nach Planung und unter Leitung des
Staatlichen Hochbauamtes Baden-Baden über 130 Büro- und
Besprechungsräume renoviert und hergerichtet. Die Gestaltung der
öffentlichen Bereiche oblag dem Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir
+ Oei, Stuttgart, nach dessen Planung das ehemalige Kinosaalgebäude in
einen repräsentativen Sitzungssaal umgebaut wurde, der Platz für
insgesamt 150 Personen bietet und mit einer großzügigen Empore für die
Medienvertreter ausgestattet ist. Des Weiteren wurde durch einen
modernen Anbau Raum für die Pforte und einen einladenden Foyerbereich
geschaffen. Der Umzug wird am 21. Juli 2011 beginnen und mehrere Tage in
Anspruch nehmen.
Die Verwaltung des Gerichts, der Großteil der Bibliothek sowie alle
weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbleiben dagegen am
Stammsitz des Bundesverfassungsgerichts und werden dort in den
Gebäudeteilen untergebracht, die nicht dem Baubetrieb ausgesetzt sind.
Die Verbindung zwischen dem Stammsitz und dem temporären Amtssitz
„Bundesverfassungsgericht Waldstadt“, insbesondere der Aktentransport,
wird durch einen regelmäßig mehrmals täglich verkehrenden Shuttle-Bus
sichergestellt.
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