Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -
Pressemitteilung Nr. 1/2013 vom 11. Januar 2013
Bundesverfassungsrichter a. D. Prof. Dr. Brun-Otto Bryde
feiert seinen 70. Geburtstag
Der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Brun-Otto
Bryde vollendet am Samstag, dem 12. Januar 2013, sein 70. Lebensjahr. Er
gehörte dem Bundesverfassungsgericht als Mitglied des Ersten Senats vom
23. Januar 2001 bis zum 2. Februar 2011 an.
Brun-Otto Bryde studierte Rechtswissenschaften in seiner Heimatstadt
Hamburg. Nach dem Referendariat legte er 1969 sein Zweites Juristisches
Staatsexamen ab. Im Jahr 1971 wurde er mit einer Arbeit zum Thema
„Zentrale wirtschaftspolitische Beratungsgremien in der
parlamentarischen Verfassungsordnung“ an der Universität Hamburg
promoviert.
Nach Auslandstätigkeiten in Addis Abeba/Äthiopien und an der Yale Law
School in New Haven/USA kehrte Prof. Dr. Bryde von 1974 bis 1982 als
wissenschaftlicher Oberrat an die Universität Hamburg zurück. Er
habilitierte sich mit einer Arbeit über „Verfassungsentwicklung -
Stabilität und Dynamik im Verfassungsrecht der Bundesrepublik
Deutschland“. Anschließend lehrte Prof. Dr. Bryde zunächst an der
Universität der Bundeswehr in München, bevor er im Jahr 1987 als
Professor für Öffentliches Recht und Wissenschaft von der Politik an die
Justus-Liebig-Universität Gießen wechselte. Neben seiner dortigen
Lehrtätigkeit wirkte Prof. Dr. Bryde unter anderem als Visiting
Professor an der University of Wisconsin/USA, war Mitglied im Hessischen
Verfassungsbeirat und gehörte der Enquête-Kommission „Parlamentsreform“
im Hessischen Landtag an. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift
„Verfassung und Recht in Übersee“. Vor seiner richterlichen Tätigkeit
war er als Prozessvertreter vor dem Bundesverfassungsgericht in einer
Reihe von wichtigen Verfahren beteiligt.
Am 8. Dezember 2000 wurde Prof. Dr. Bryde zum Richter des
Bundesverfassungsgerichts gewählt. Am Bundesverfassungsgericht umfasste
sein Dezernat unter anderem das Arbeitsrecht mit einer Reihe von
Nebengebieten, die Freiheit von Kunst, Wissenschaft, Forschung und
Lehre, das Hochschulrecht sowie Verfahren mit Schwerpunkt im Bereich der
Vereinigungsfreiheit.
Als Berichterstatter wirkte er an zahlreichen Grundsatzentscheidungen
des Ersten Senats mit, unter anderem zur Reichweite der Meinungs- und
Pressefreiheit (1 BvR 426/02 - Benetton II), zum staatlichen
Sportwettenmonopol (1 BvR 1054/01) sowie zum Gentechnikgesetz (1 BvF
2/05). Darüber hinaus bereitete er eine Reihe von Entscheidungen mit
Bezug zur Wissenschaftsfreiheit vor, beispielsweise zur
Wissenschaftsfreiheit von Hochschullehrern der Theologie (1 BvR 462/06),
zur Lehrfreiheit eines Fachhochschulprofessors (1 BvR 216/07) und zum
Hamburgischen Hochschulgesetz (1 BvR 748/06).
Im Jahr 2011 wurde Prof. Dr. Bryde vom Bundespräsidenten mit dem Großen
Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet. Er lebt heute
in Wettenberg (Landkreis Gießen).
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