Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -
Pressemitteilung Nr. 69/2000 vom 23. Mai 2000
Einladung zur Ausstellungseröffnung "Gebhard Müller, Christ,
Jurist, Politiker" am 30. Mai 2000
Die Präsidentin des BVerfG, Prof. Dr. Jutta Limbach, lädt alle
interessierten Journalisten und Journalistinnen herzlich ein zur
E r ö f f n u n g
der Wanderausstellung
Gebhard Müller
Christ, Jurist, Politiker
am Dienstag, 30. Mai 2000, 11.00 Uhr
im Foyer des BVerfG.
Schloßbezirk 3, Karlsruhe
Anlass für die Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, in
Zusammenarbeit mit der Landesbildstelle Württemberg und der
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, ist der 100.
Geburtstag von Gebhard Müller (s. in der Anlage beigefügte
Pressemitteilung Nr. 48/2000 vom 14. April 2000).
Gebhard Müller, christlicher Politiker, Justizminister und
Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern, Ministerpräsident von
Baden-Württemberg und Präsident des BVerfG, zählt zu den profiliertesten
Wegbereitern und Baumeistern des Südweststaats. Die verschiedenen
Stationen seiner "Laufbahn" werden in der Ausstellung chronologisch
nachgezeichnet. Zur thematischen Orientierung wurden Leitfarben - lila
für den Christen, rot für den Juristen und gelb für den Politiker -
verwendet.
Zur Ausstellungseröffnung im BVerfG wird nach einer Begrüßung der Gäste
durch die Präsidentin, Prof. Dr. Ernst Benda, der Gebhard Müller im Amt
des Präsidenten des BVerfG 1971 nachfolgte, die Festansprache halten.
Anschließend wird Dr. Kurt Hochstuhl, Archivdirektor des
Hauptstaatsarchivs Stuttgart, in die Ausstellung einführen.
Die Ausstellung wird im Foyer des BVerfG bis zum 23. Juni 2000 gezeigt.
Es sollen tägliche Führungen angeboten werden. Interessierte wenden sich
bitte an Herrn Kambeitz (Tel. 0721/9101-400, Fax: 0721/9101-461).
Wir würden uns freuen, wenn sie Ihre Leser, Zuhörer/Zuschauer auf die
angebotenen Führungen hinwiesen.
Bitte, seien Sie so freundlich und teilen dem Pressereferat des BVerfG
schriftlich oder telefonisch mit, ob Sie Zeit und Lust haben, an der
Eröffnung teilzunehmen.
Karlsruhe, den 23. Mai 2000
Anlage zur Pressemitteilung Nr. 69/2000 vom 23. Mai 2000
Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -
Pressemitteilung Nr. 48/2000 vom 14. April 2000
BVerfG: 100. Geburtstag des ehemaligen Präsidenten des
Bundesverfassungsgerichts
Am 17. April 2000 wäre der am 7. August 1990 verstorbene ehemalige
Präsident des BVerfG, Prof. Dr. jur., Dr. phil. h.c., Dr. theol. h.c.
Gebhard Müller, 100 Jahre alt geworden.
Prof. Dr. Müller war nach Kriegsende zunächst als Oberstaatsanwalt in
Stuttgart und als Delegierter des württembergischen Justizministeriums
bei der französischen Militärregierung in Freudenstadt und Tübingen
tätig und mit dem Wiederaufbau der Gerichtsorganisation und
Justizverwaltung in Württemberg-Hohenzollern und Lindau beauftragt. 1946
wurde er zum Ministerialrat und 1947 zum Ministerialdirektor im
Justizministerium Tübingen ernannt.
Von 1948 bis 1952 war Prof. Dr. Müller als Staatspräsident, Justiz- und
Finanzminister im Lande Württemberg-Hohenzollern tätig. 1953 wurde er
zum Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg gewählt. Als
Mitglied des Bundesrates war er u.a. auch Vorsitzender des Rechts- und
Auswärtigen Ausschusses.
Als Abgeordneter gehörte er dem Landtag in Bebenhausen von 1948 bis
1952, der Verfassungsgebenden Versammlung und dem Landtag von
Baden-Württemberg von 1952 bis 1958 sowie dem Bundestag (1953) an.
Am 8. Januar 1959 wurde Prof. Dr. Müller in das Amt des Präsidenten des
BVerfG und zum Vorsitzenden des Ersten Senats berufen. Mit Ablauf des 8.
Dezember 1971 trat er in den Ruhestand.
Präsident Prof. Dr. Müller hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen
erfahren:
- Ehrensenator der Universität Tübingen (1950)
- Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1952)
- Ehrenbürgerrecht der Heimatgemeinde Füramoos (1953)
sowie der Städte Friedrichshafen (1956), Stuttgart (1975)
und Tübingen (1978)
- Ehrenzeichen 1. Kl. des Deutschen Roten Kreuzes (1954)
- Ehrendoktor der Philosophie der Universität Freiburg (1956)
- Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts in Heidelberg
für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
(1960-1974)
- Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg (1965)
- Großkreuz des Ordens San Carlo von Kolumbien (1970)
- Große Verdienstmedaille der Stadt Karlsruhe (1970)
- Großoffizier der Französischen Ehrenlegion (1972)
- Großoffizier des Verdienstordens der Republik Italien (1972)
- Großkreuz des Piusordens (1972)
- Honorarprofessor für Staats- und Verfassungsrecht an der Universität
Tübingen (1972)
- Goldene Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (1975)
- Martinusmedaille der Diözese Rottenburg (1976)
- Bayerischer Verdienstorden (1977)
- Ehrendoktor der katholisch-theologischen Fakultät der Universität
Tübingen (1978)
Zu Ehren von Prof. Dr. Müller veranstaltet das Hauptstaatsarchiv
Stuttgart eine Ausstellung unter dem Titel "Gebhard Müller, Christ,
Jurist, Politiker". Diese Ausstellung wird vom 30. Mai bis zum 20. Juni
2000 im Foyer des BVerfG zu besichtigen sein.
Karlsruhe, den 14. April 2000
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